Das Regiotram ist zu teuer!

Es ist ein ewiges Problem im Kanton Bern. Die Steuern sind vergleichsweise sehr hoch, und der Kanton Bern erhält Schweizweit den höchsten Finanzausgleich. Und trotzdem schreibt der Kanton regelmässig rote Zahlen. Ein Zustand, der die Junge SVP nicht akzeptieren kann. Prestigeprojekte wie das Regiotram müssen gestrichen oder zumindest redimensioniert werden. Die finanzielle Situation der Stadt Biel ist ebenfalls düster. Weder der Kanton Bern noch die Stadt Biel können sich das Regiotram leisten.

 „Erst nach über 20 Jahren würde sich der Betrag amortisieren!“

 Auf die Städte Biel, Nidau und Ins würden alleine für das Regiotram laut eigenen Angaben rund 20 Millionen Franken an Investitionskosten entfallen. Über die Höhe der jährlichen Unterhaltskosten schweigen sich die Befürworter bis heute aus.

Die Folge: Ein immenser Schaden für die Stadt Nidau, welche die Finanzen bisher im Griff hatte und eine dramatische Verschlimmerung für das ohnehin tiefrote Budget der Stadt Biel. Gemäss einer Wirtschaftlichkeitsstudie sollte sich demgegenüber jährlich ein volkswirtschaftlicher Nutzen von 14,1 Millionen Franken ergeben.

Bei Gesamtkosten von über 332 Millionen Franken bräuchte man über 23 Jahre, um allein die Anschaffungskosten des Regiotrams amortisieren zu können.

Nicht enthalten im 332 Millionen Franken Paket sind die Anschaffungskosten für die Tram-Kompositionen. Ebenfalls zu berechnen wären die Folgekosten. So müssten u.a. Buschauffeure umgeschult werden. Kosten für den Unterhalt der Tram-Fahrzeuge müssten erst noch beziffert werden. Ebenfalls bräuchte es ein Tram-Depot, dessen Gebäude ebenfalls an einem geeigneten Standort noch gebaut werden müsste.

Vor den unabsehbaren Kosten warnt bereits Regierungsrätin und Finanzdirektorin Beatrice Simon. Sie warnt davor, dass die Kantonsfinanzen mit diesen Grossprojekten aus den Fugen geraten könnte:

“Man vergisst gern, dass jede neue Investition – sei es nun ein neues Gebäude, eine neue Tramlinie oder was auch immer – neue Kosten in Betrieb und Unterhalt auslöst.”- Beatrice Simon


Wann rechnet sich ein Tram, und wann nicht?

Diese Frage beantwortete Ulrich Weidmann, Professor am Institut für Verkehrsplanung und Transportsysteme (IVT) an der ETH Zürich in einem Interview mit der TCS-Zeitung „touring“ im Februar 2013. Er berechnet die durchschnittlichen Kosten für die Infrastruktur auf 30 bis 35 Millionen Franken pro Kilometer.

 

Unterhaltskosten werden unterschätzt!
Wie hoch die Folgekosten für den Unterhalt und Betrieb werden, lassen sich nur erahnen. Wir befürchten aber, dass die Tram-Befürworter auch hier von allzu optimistischen Annahmen ausgehen. Ein Blick in etablierte Tram-Städte zeigt jedoch, dass die Folgen für den Unterhalt unterschätzt werden. So berichtete die „Schweiz am Sonntag“ über grosse Gleisschäden in Basel, welche die dortigen Combino-Trams verursacht haben. Die Kosten werden dabei auf 45 Millionen Franken beziffert. Die Finanzsituation der Stadt Biel wie auch diejenige des Kantons Bern lassen aber solche „Überraschungen“ nicht zu. Es drohen Neuverschuldungen und höhere Steuern…

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