Bern: Neue Gleise fürs Fischermätteli-Tram

Im Sommer wird die Strecke der Tramlinie 6 in Richtung Fischermätteli zur Baustelle: In fünf Kurven und bei der Wendeschlaufe werden die Gleise erneuert. Dies, obschon darüber diskutiert wird, das Tram durch einen Bus zu ersetzen.

Die geplanten Sanierungsarbeiten. Bild: Grafik BZ

Die geplanten Sanierungsarbeiten. Bild: Grafik BZ

Vor und während der Sommerferien erneuert Bernmobil auf der Tramlinie 6 vom Bahnhof in Richtung Fischermätteli Gleisabschnitte. Betroffen sind fünf Kurven in der Brunnmatt-, Pestalozzi- und Weissensteinstrasse sowie um die Tramwendeschlaufe bei der Endhaltestelle (siehe Grafik). Dort seien die Gleise hohen Belastungen ausgesetzt und müssten deshalb nun altersbedingt ersetzt werden, schreibt Bernmobil auf einem Flyer, der an die Bewohner im Fischermätteliquartier verteilt wurde.

«Die Tramschienen sind je nach Abschnitt zwischen 20 und 30 Jahre alt und aufgrund der Abnützung am üblichen Ende ihrer Lebensdauer angekommen», präzisiert Rolf Meyer, Medienchef bei Bernmobil, auf Anfrage dieser Zeitung. Heute Abend findet ein Informationsanlass zu den geplanten Arbeiten statt. Die Erneuerungen sollen 3 Millionen Franken kosten und werden vom Kanton Bern bezahlt. Stadt und Kanton führen gleichzeitig, wo nötig, Belagsarbeiten durch.

Es fährt kein Tramersatzbus
Erneuert wird in zwei Etappen: vom 21.Juni bis 6.Juli die Kurven zwischen Mattenhofstrasse und Cäcilienplatz, vom 7. bis zum 18.Juli von der Einmündung Pestalozzistrasse bis zur Tramwendeschlaufe. In diesen Wochen sind die betroffenen Abschnitte jeweils für den Tram- und Autoverkehr gesperrt. Deswegen und aufgrund der engen Platzverhältnisse im Quartier könne das Tram während der Bauarbeiten nicht durch einen Bus ersetzt werden, sagt Rolf Meyer. Bernmobil verstärkt daher die Buslinie 17 mit zusätzlichen Kursen. Die Tramkurse auf der Linie 6 fahren während der Bauzeit ab Bern Bahnhof wie die Tramlinie 3 ins Weissenbühl statt ins Fischermätteli.

Unklare Tramzukunft
Schon länger wird darüber diskutiert, dass wegen der relativ tiefen Fahrgastzahlen in Richtung Fischermätteli in einigen Jahren statt eines Trams ein Bus fahren könnte. Die Arbeiten, die im Sommer ausgeführt werden, seien aber «zwingend notwendig», sagt Meyer. Mit der Sanierung der Kurven bleibe die Gleisanlage funktionsfähig, zudem würden nur die dringend nötigen Arbeiten gemacht. Meyer betont, dass noch kein Entscheid vorliege, dass der Trambetrieb ins Fischermätteli aufgehoben werden soll. Unter der Leitung der Regionalkonferenz Bern-Mittelland sollen in den nächsten zwei Jahren weitergehende Untersuchungen zur Zukunft des Trams ins Fischermätteli erfolgen. Dazu gehöre auch die Möglichkeit, dass ein weiterhin bestehendes Tram eventuell in Richtung Köniz/Waldeck oder Ausserholligen verlängert werden könnte.

Die Buslinie 17 fährt nahe der Fischermättelilinie, ohne sonst nicht bediente Haltestellen abzudecken (siehe Grafik). Ob diese Buslinie dereinst das Fischermättelitram ersetzen könnte, ist laut Meyer «zurzeit vollständig offen». Es seien alle Varianten denkbar.

Quelle: Sandra Rutschi, Berner Zeitung

Bau-Technisches, Kosten, Tram Region Bern, Verkehr

1 comment


  1. Grüezi, miteinander!
    Das ist ja gruselig im engen und kurvigen Biel eine Tram so bauen zu wollen.
    Unsere Bürgerinitiative Initiative Kaiserplatz e.V., die bei http://www.campusbahn-groessenwahn.de letztes Jahr aktiv war, „kümmert“ sich auch um das Thema.
    Wir publizieren gerne weitere Informationen. Die Tram-Pläne in Aachen haben ein Volksbegehren mobilisiert: über 45% Teilnahme und über 66% Ablehnung.

    Wenn Sie mögen: wir haben jede Menge ingenieurtechnische und ökologische Berechnungen / Studien, mit denen wir der Argumentation die Luft rausnahmen und letztlich das Aachener Stimmvolk überzeugen könnten.

    Wir stehen gerne zum Kontakt bereit!
    Ihre Initiative Kaiserplatz e.V.
    Aachen
    Der Vorstand

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