Züri-Trams bauen am meisten Unfälle

Im Schnitt alle zweieinhalb Wochen ist ein Zürcher Tram in einen Unfall mit schweren Personenschäden verwickelt – ein Schweizer Spitzenwert. In Bern etwa geschieht dies viel seltener.

Ein Tram der Zürcher Verkehrsbetriebe (VBZ) ist im Durchschnitt alle 540’000 Kilometer in einen gravierenden Verkehrsunfall verwickelt. Anders in Basel: Dort passiert dies nur alle 622’0000 Kilometer, in Genf alle 629’000 Kilometer und in Bern sogar nur alle 946’000 Kilometer. Das zeigt eine Auswertung der nationalen Ereignisdatenbank (NEBD), die die «SonntagsZeitung» gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz veröffentlicht hat.

Demnach ereignet sich in Zürich im Schnitt alle zweieinhalb Wochen eine Kollision mit massiven Personenschäden. Von 2010 bis 2012 waren es sieben Tote und 60 Schwerverletzte. Zum Vergleich: In Basel waren es im selben Zeitraum zwei Tote und 31 Schwerverletzte, in Genf zwei Tote und 18 Schwerverletzte sowie in Bern gar nur ein Toter und neun Schwerverletzte. Allerdings gilt es bei diesen Zahlen zu berücksichtigen, dass die VBZ vier Mal mehr Tramkilometer fahren als die Berner und auch doppelt so viele wie die Basler.

«Verkehr läuft teils aggressiv ab»

Ein wesentlicher Faktor für die Unfalldichte ist, dass «der Verkehr in der Agglomeration Zürich dichter und hektischer läuft, teils auch aggressiver als anderswo ab», wie VBZ-Sprecher Andreas Uhl gegenüber 20 Minuten sagt. Sicherheitsabstände würden oft nicht eingehalten, Rotlichter überfahren und der Vortritt missachtet. Die überdurchschnittliche Unfallhäufigkeit in Zürich blieb auch der Aufsichtsbehörde BAV nicht verborgen. In einem unveröffentlichten Bericht stellte sie 2012 fest, dass die «Zahl der tödlichen Kollisionen pro Kompositionskilometer über einen Zeitraum von sieben Jahren in Zürich signifikant höher war als in anderen Städten.»

Um die Unfallbilanz zu verbessern, sind die VBZ laut Uhl seit zwei, drei Jahren «sehr aktiv». Er sagt: «Dazu gehören Präventionskampagnen wie jene zum langen Tram-Bremsweg, denn unser Ziel ist klar, die Unfallzahlen zu senken.» Zudem tritt nächstes Jahr ein vom BAV vorgegebenes Sicherheitsmanagement in Kraft – dies betrifft aber alle Verkehrsunternehmen der Schweiz, unabhängig von den Unfallzahlen.

Quelle: 20 Minuten

Allgemein, Verkehr

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