Nächster Halt: «Biel Bözingenfeld»

Bözingen: Die Vorarbeiten für die neue SBB-Haltestelle «Biel Bözingenfeld» haben begonnen. Die Verlegung des Stieremattgrabens, die vorgängig erfolgen muss, ist beinahe abgeschlossen.

Wer im Bözingenfeld arbeitet, wird sich freuen: In einem Jahr wird ihr Arbeitsweg – sofern er mittels öffentlichem Verkehr erfolgt – massiv verkürzt. Denn die SBB betreiben ab nächsten Dezember eine Haltestelle im Industriegebiet.

Bisher gelangte man entweder mit dem Bus Nummer 2 oder mit dem «3N» ins Industriegebiet. Ersterer fährt im 20-Minuten-Takt ins Industriegebiet, Letzterer gar nur einmal pro Stunde. So oder so: Die Busse fahren durch die ganze Stadt, die Reise ist lang und mühsam.

Der Bieler Gemeinderat hofft, dass die neue Haltestelle auch die Autofahrer dazu animieren wird, auf den öffentlichen Verkehr umzusteigen.

Ende 2013 in Betrieb

SBB-Mitarbeiter haben am Längfeldweg, zwischen den Gebäuden der Firmen Gassmann und Kellenberger, bereits mit den Vorarbeiten für die neue Haltestelle begonnen. Konkret haben sie laut SBB-Mediensprecher Christian Ginsig erste Rodungsarbeiten und Installationen vorgenommen.

Die definitiven Arbeiten an der Haltestelle beginnen im Januar. Der Spatenstich dafür erfolgt am 23. Januar. In Betrieb genommen werden soll der neue Bahnhof auf den nächsten Fahrplanwechsel in einem Jahr. Auf der Strecke Biel–Olten werden die Regionalzüge zwischen Pieterlen und Mett ab nächstem Dezember also auch im Bözingenfeld halten.

Der Bahnhof wird höchstwahrscheinlich «Biel/Bienne, Bözingenfeld/Champs de Boujean» heissen. Dieser von der SBB eingereichte «Wunschname» ist zwar etwas lang. Doch für das Bundesamt für Verkehr (BAV), welches den Namen in letzter Instanz bewilligen wird, stellt die Namenlänge kein Problem dar, wie BAV-Mediensprecher Andreas Windlinger sagt.

2000 bis 4000 Pendler pro Tag

Geplant sind zwei Aussenperrons mit einer Länge von 160 Metern, dazu ein überdachter und mit Glaswänden aus- gestatteter Wartebereich für jeden Perron, ein Billettautomat sowie 120 Veloparkplätze – zwei Drittel davon gedeckt. Die beiden Perrons werden durch eine Unterführung mit Rampen- und Treppenzugängen erschlossen.

Gemäss einer Nutzungsstudie werden den neuen Bahnhof täglich zwischen 2000 und 4000 Pendlerinnen und Pendler nutzen – das entspricht den Bahnhöfen Ins oder Schüpfen.

«Biel Bözingenfeld» wird direkt mit dem Bus erschlossen. Dazu wird die heutige Bushaltestelle «Mohnweg» verlegt.

Sollte das Regiotram dereinst tatsächlich gebaut werden, würde es beim Bahnhof «Biel-Bözingenfeld» seine Endstation haben. Die beiden Projekte sind allerdings nicht verknüpft.

Umleitung des Stieremattgrabens

Bevor die SBB mit dem definitiven Bau der Haltestelle beginnen können, muss der Stieremattgraben umgeleitet werden. Diese Arbeiten sind zu 90 Prozent erledigt, wie Projektleiter Peter Kradolfer sagt.

Der Stieremattgraben fliesst heute vom Büttenberg unter dem Bahntrassee hindurch und dann in geschlossenen Rohren durch den Längfeld- und den Mohnweg. Beim Allmendweg kommt der Bach ans Tageslicht und heisst nun Leugene. Die fliesst wiederum in den Nidau-Büren-Kanal.

Die Stelle, an der der Bach die Gleise unterquert, ist nun um rund 100 Meter stadtwärts verschoben worden. Auf dem Weg dortin fliesst der Bach neu in einem offenen Gerinne. Das kommt einer Renaturierung gleich, wie Kradolfer sagt.

Die letzten noch zu erledigenden Arbeiten betreffen die Unterquerung des Längfeldwegs. Dies erfolgt laut Kradolfer bis Anfang Februar. Begonnen haben die Bachverlegungs-Arbeiten Mitte September.

Gesamtkosten: 14 Millionen

Die Gesamtkosten für das Projekt «SBB-Haltestelle Bözingenfeld» werden auf 14 Millionen Franken geschätzt. Darin sind auch die Bachverlegungs-Kosten enthalten. Davon ausgeschlossen sind jedoch Unterhalts- und Wartungskosten. Der Bund beteiligt sich mit 2,98 Millionen Franken am Projekt. Den Rest finanzieren der Kanton Bern sowie die Stadt Biel.

Für die Stadt Biel ergibt das Kosten in Höhe von 4,84 Millionen Franken. Davon gehen 355 000 Franken an die Bachverlegung, der restliche Betrag an die SBB-Haltestelle. Dieser Kredit wurde im Juni vom Stadtrat bewilligt.

„Der Fahrplan“

  • Juni 2010: Plan für Haltestelle im Bözingenfeld im Richtplan «Siedlung und Verkehr» für die Agglomeration Biel.
  • Juni 2012: Bieler Stadtrat stimmt dem Verpflichtungskredit für den Beitrag an der neuen Haltestelle zu.
  • September 2012: Beginn der Umleitung des Stieremattgrabens.
  • Januar 2013: Beginn der eigentlichen Arbeiten für den neuen Bahnhof.
  • 23. Januar 2013: Spatenstich
  • Dezember 2013: Inbetriebnahme des Bahnhofes «Biel-Bözingenfeld». ab

Quelle: Andrea Butorin, Bieler Tagblatt

Allgemein, Kosten, Regiotram Biel, Verkehr

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