Geld fürs neue Tram gibts auch nach 2014

Die Planer der Tramlinie von Köniz nach Ostermundigen haben mehr Zeit als erwartet: Auch wenn die Bauarbeiten nach 2014 beginnen, erhält das Projekt Bundesgelder aus dem Infrastrukturfonds.

Ostermundigen, Köniz und Bern wollen gemeinsam eine Tramlinie bauen, welche die drei Gemeinden verbindet. Die Parlamente haben dem 550 Millionen Franken teuren Tram Region Bern zugestimmt. Der Entscheid fiel unter Zeitdruck. «Wenn wir bis Ende 2014 nicht mit dem Bau der Tramlinie beginnen, verlieren wir die zugesicherten Bundesbeiträge aus dem Infrastrukturfonds», hatte die federführende Baudirektorin Barbara Egger (SP) im Vorfeld der Gemeindeabstimmungen gesagt.

In der Stadt Bern wurde die FDP mit dem Zeitdruckargument abgeschmettert, als sie forderte, mit dem Bau zu warten, bis die zweite Tramachse durch die Innenstadt realisiert wird. Und in Köniz, wo der Entscheid zum Tramprojekt durch den Stichentscheid der Ratspräsidentin fiel, hatte Gemeindepräsident Luc Mentha (SP) auf das «einmalige Zeitfenster bis 2014» gepocht.

Bundesrat widerspricht Egger
Nun aber schreibt der Bundesrat in der Antwort auf eine Anfrage von FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen: «Es trifft nicht zu, dass der Kanton Bern Bundesbeiträge verlieren würde, wenn die Realisierungsarbeiten an den genannten Massnahmen erst nach dem Jahre 2014 starten.» Der Beitragssatz sei fixiert. Auch, wenn nach 2015 oder später mit dem Bau begonnen werde.

Der Berner FDP-Stadtrat und Gemeinderatskandidat Bernhard Eicher fordert: «Das Tramprojekt muss überarbeitet werden.» Eicher kritisiert die kantonale Baudirektion: «Da wurde bewusst Zeitdruck aufgebaut, damit die Parlamentarier zustimmen.» Er fordert: «Da wir jetzt mehr Zeit haben, können wir nochmals über die hohen Kosten debattieren und auf die zweite Tramachse durch die Innenstadt warten.» GFL-Stadtrat Daniel Klauser entgegnet: «Das Tram bleibt ein dringendes Projekt. Es wäre unglaubwürdig, dieses auf die lange Bank zu schieben.»

Es soll trotzdem schnell gehen
Der Bund habe offenbar die zeitliche Vorgabe gelockert, stellt Barbara Egger auf Anfrage fest. «Doch wir haben ein gutes Vorprojekt, das in der Mitwirkung auf grosse Zustimmung gestossen ist.» Dieses Projekt könne nun zügig weiterbearbeitet werden. Auch die Stadtberner Verkehrsdirektorin Regula Rytz (GB) will vorwärts machen.«Ein klares Bekenntnis zum geplanten Tram erhöht die Chance auf eine zweite Tramachse durch Bern.» Und die Könizer Verkehrsdirektorin Katrin Sedlmayer (SP) sagt: «Das Tram ist dringend. In Köniz entstehen mehr als 1000 Arbeitsplätze, und im Bus ist zu Stosszeiten jetzt schon ein Gedränge.»

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Widerstand bekräftigt

Er ist und bleibt dem Verein zum Schutz des Kulturlandes ein Dorn im Auge: Der Tramast von Köniz nach Schliern, der Teil des geplanten Trams Region Bern von Ostermundigen nach Köniz ist. An der Hauptversammlung beschloss der Verein mit etwas über 100 Mitgliedern, das Tramprojekt weiterhin zu bekämpfen. «Einstimmig», wie Präsident und Landwirt Ulrich Stähli aus Gasel betont. Werde das Tram bis nach Schliern gebaut, sei klar, dass man das Gebiet entlang der neuen Tramlinie auch entwickeln müsse, argumentiert Stähli. «Das würde einen riesigen Schub auslösen.» Dem Verein gehe es vor allem darum, nicht ins Grüne hinaus zu bauen. Die städtischen Teile im Liebefeld und in Köniz zu verdichten, begrüsst er hingegen. «Wäre der Ast nach Schliern gestrichen, würden wir das Tram nicht mehr bekämpfen», sagt Stähli. Unterstützen aber auch nicht: «Wirklich überlegt finden wir das ganze Projekt nicht.»

Quelle: Berner Zeitung / Tobias Habegger

Kosten, Politik, Tram Region Bern

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