Der Elektrobus, der ohne Oberleitung fährt

Ist er die Alternative zum Tram? Am Dienstag weilte der Tosa-Bus aus Genf auf Stippvisite in Bern. Er ist mit Strom, aber ohne störende Fahrdrähte unterwegs.

Hier wäre eine Oberleitung ohnehin nicht erlaubt: Der Genfer Tosa-Bus am Dienstag vor dem Bundeshaus in Bern. Bild: Susanne Keller/BZ

Hier wäre eine Oberleitung ohnehin nicht erlaubt: Der Genfer Tosa-Bus am Dienstag vor dem Bundeshaus in Bern. Bild: Susanne Keller/BZ

Das ist er also, der Bus, auf den die Tramkritiker grosse Hoffnungen setzen. Er ist zwar nicht so lang wie der Doppelgelenkbus, von dem vor der letztjährigen Abstimmung zum Tram Region Bern oft die Rede war. Und er wird damit die Kapazitätsprobleme des 10er-Busses kaum lösen können – dafür bietet er einen anderen Vorteil: Er fährt mit Strom, kommt aber ohne störende Oberleitung aus.

Tosa heisst das Fahrzeug, das in Genf bereits erprobt worden ist und nun für einen Promoauftritt in Bern weilt. Bundesparlamentarier sollen auf einer Spritzfahrt um die nächsten Häuser selber erfahren, wie sittig und ruhig es unterwegs ist. Eins zu eins erleben können sie das System indes nicht – denn Haltestellen, an denen der Bus beim ordentlichen Stopp kurz Strom tanken kann, fehlen in Bern. Die Batterien sind vielmehr ganz klassisch im Depot von Bernmobil geladen worden, bis zu 18 Kilometer Fahrt liegen nun problemlos drin.

In Genf ist alles anders. Auf der Teststrecke vom Flughafen bis zum Messegelände sind die Haltestellen so umgerüstet, dass sich der Bus über einen Arm auf dem Dach mit Energie versorgen kann. Im Dezember 2016 soll nun die erste reguläre Linie auf Tosa umgestellt werden. Das Strommodul ist dabei nicht einmal bei jedem Stopp nötig. Je nach Topografie reicht es, wenn sich der Bus jedes dritte bis sechste Mal mit Strom versorgt.

Weil der Tosa-Bus auch in einer Doppelgelenkversion funktionieren soll, wittern die Tramkritiker für die Linie10 Morgenluft. Aus Genf, das als sehr tramfreundlich gilt, tönt es zurückhaltender: Das System sei nicht als Alternative, sondern als Ergänzung zum Tram zu verstehen.

Quelle: Stephan Künzi, Berner Zeitung

Bau-Technisches, Regiotram Biel, Tram Region Bern, Verkehr

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