«Es gibt keinen Plan B»

Ein «Ja», zwei «Nein»: Das Tram Region Bern ist vom Tisch. Während sich Projekt-Gegner freuen, zeigen sich die zuständigen Gemeinderäte enttäuscht.

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Das Tram Region Bern landet auf dem Abstellgleis: Die Gemeinden Köniz und Ostermundigen haben das 500-Millionen-Projekt mit 61,4 respektive 54,4 Prozent Nein-Stimmen vom Tisch gefegt. Ja gesagt haben nur die Stimmbürger der Stadt Bern – mit satten 61,28 Prozent.

«Das ist besonders in Ostermundigen eine grosse Überraschung. Ich kann das fast nicht glauben», freut sich der Mundiger Tram-Gegner Ueli Gygax von der «IG Tram Region Bern – so nicht». Für seinen Könizer Mitstreiter Thomas Schneiter ist klar, dass vor allem die Linienführung und die Finanzen das Projekt zum Scheitern brachten. «Wir haben in Köniz noch Kapazitäten auf der Linie 10», sagt er. Seine Berner Kollegin Therese Matter bedauert hingegen das Resultat in der Bundesstadt. «Ich bin aber froh über das Ergebnis in den anderen beiden Gemeinden und auch, dass die Bäume in der Viktoria-Allee nun bleiben dürfen.»

«Ich mache mir grosse Sorgen»
Bitter enttäuscht zeigen sich hingegen die zuständigen Gemeinderäte von Bern, Köniz und Ostermundigen. «Ich mache mir grosse Sorgen, ob die Region Bern im nationalen Wettbewerb um Arbeitsplätze und Wohnraum künftig noch mithalten kann», sagt die Stadtberner Verkehrsdirektorin Ursula Wyss. Sie hält fest: «Wir haben keinen Plan B, wie die Gegner immer glaubhaft machen wollten.» Regula Unteregger, Gemeinderätin in Ostermundigen, ergänzt: «Für unsere Gemeinde bleiben eine Reihe von Herausforderungen zurück.» Die Könizer Gemeinderätin Katrin Sedlmayer vermutet, dass drei Gründe für das Scheitern der Vorlage verantwortlich sind: «Ängste, die Komplexität des Projekts und die Kosten dürften zum Entscheid geführt haben.»

«Das ist der Preis der Gemeindeautonomie»
Nicht zufrieden mit dem Entscheid ist auch Berns Stapi Alexander Tschäppät. Er weist daraufhin, dass über alle drei Gemeinden hinweg insgesamt mehr Stimmbürger dem Projekt zugestimmt hätten. «Aber das ist der Preis der Gemeindeautonomie und so sind die Spielregeln», so Tschäppät. Er befürchtet, dass die versprochenen Bundesgelder nun in andere Agglomerations-Projekte fliessen. «Wir werden aber weiterhin dafür kämpfen, dass die Region Bern Gelder erhält. Wir geben nicht auf.»

Quelle: Nora Camenisch, 20 Minuten

Allgemein, Politik, Regiotram Biel, Tram Region Bern

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